Die Aktivweichen einiger Endstufen bieten einen Regelbereich bis zu mehreren Kilohertz, was auf den ersten Blick eigentlich unnötig erscheint. Diese weiten Regelbereiche sind meistens dazu gedacht, Hochtöner aktiv, also über eine eigene Endstufe ohne die Verluste einer passiven Frequenzweiche. Doch wie will man eine Trennfrequenz von 2,5 kHz mit einem durchschnittlichen Potentiometer einstellen?Nun ja, im besten Fall hat man einen Funktionsgenerator mit Frequenzzähler und ein True RMS Multimeter. Das wären dann ca. 300 €, die nach dem Einstellen im Keller liegen. Doch es geht auch wesentlich günstiger, z.B. wenn man über einen CD-Brenner verfügt. Die Messung der Spannung kann auch mit einem einfachen Voltmeter erfolgen. Mittels eines Software-Funktionsgenerators kann man am PC Frequenzen erzeugen, die im Bereich der gewünschten Trennfrequenz liegen, hierbei sind bei Trennfrequenzen im Bereich von Kickbässen (ca. 60-300 Hz) 10 Hz-Schritte sinnvoll, bei höheren Trennfrequnenzen im Bereich von 1-3 kHz reicht eine Auflösung von 25 Hz.Im einfachsten Fall besitzt man ein Notebook und schliesst die Verstärker an die Ausgänge der Soundkarte an.Ansonsten kann man die einzelnen Frequenzen abspeichern und als Tracks auf eine CD brennen (hierbei am besten aufschreiben welcher Track welche Frequenz hat), in diesem Fall sollte der Tuner oder der Wechsler CD-R's oder RW's lesen können. Beim Erstellen der Frequenzen sollte man darauf achten dass man auch höhere Frequenzen, ca. 2-3 mal so hoch als die höchste angestrebte Trennfrequenz mit abspeichert, dazu gleich mehr.
Nachdem man eine CD erstellt hat, geht man ins Auto, schliesst die Verstärker an und die Lautsprecher ab und spielt den Track ab, dessen Frequenz weit über (Hochtöner) oder unter (Tiefmitteltöner) der angestrebten Trennfrequenz liegt, je nachdem was man zuerst einstellt. Die Frequenzregler des Verstärkers sollten hierbei auf Minimum stehen und die Schalter für Hoch- oder Tiefpass auf das erforderliche. Dann misst man die Spannung am Verstärkerausgang (Das Radio auf 2/3 der Maximallautstärke stellen) an dem später das Chassis angeschlossen werden soll und schreibt sie auf. Ab jetzt darf kein Pegelregler mehr verstellt werden. Jetzt spielt man den Track mit der gewünschten Trennfrequenz ab und verstellt dabei den Frequnzregler so weit, dass das Multimeter die Hälfte der am Anfang gemessenen Spannung anzeigt. Nun hat man den -6dB Punkt gefunden, der Punkt an dem sich die Frequenzgänge der Chassis optimal überlagern. Bei der Einstellung für das Partnerchassis muss man genauso vorgehen. Es kann sein dass sich im Auto für den Tieftöner eine höhere Trennfrequenz als besser einstellt, da das Chassis bei Türeinbau den Schall in den Fussraum bündelt und eine weitere Beschneidung nach oben noch mehr Mittelton Energie "auffrisst".
Endstufen mit grossen Regelberichen gibt es z.B. von ESX, Hifonics, Xetec, Impulse... Es gibt auch solche Pseudo-Endstufen, deren Hochpass auf 1,2 kHz gestellt werden kann aber deren Tiefpass bereits bei 250 Hz abriegelt. Es kann eben nicht alles gut sein, da wäre ja die Auswahl der Komponenten viel zu einfach ;-).
